Lokomotivgeschichte(n)

Niederländische Staatsbahn - Deventer

Ansichtskarte PostcrossingBereits vor Beginn der Geschichte der Niederländischen Staatsbahn gab es in den Niederlanden ein Schienennetz und Eisenbahnverkehr. Dieses war jedoch recht einseitig und ungleichmäßig verteilt. Vor allem die südlichen und die nördlichen Provinzen besaßen überhaupt keine Schienen und waren somit noch nicht erschlossen. Um dies zu ändern, wurde 26. September 1863 in Den Haag die Niederländische Staatsbahn gegründet. Schon bald konnte sie zahlreiche neue Strecken eröffnen, später sogar meist auch verlängern. 1917 schließlich tat sich die Niederländische Staatsbahn mit der Holländischen Eisenbahngesellschaft zusammen und gründete eine gemeinsame Betriebsgesellschaft. Seit dem 1. Januar 193 lautet der offizielle Name N.V. Nederlandse Spoorwegen.
Eine der zahlreichen Strecken, die den Bemühungen der Niederländischen Staatsbahn zu verdanken sind, ist der Abschnitt von Arnheim nach Deventer. Seit 1865 verkehren hier bereits Züge und schon 5 Jahre später, 1870, konnte dieses Teilstück sogar bis Groningen verlängert werden.
Am 2. Februar 1865 war zunächst der Abschnitt von Arnheim bis Zutphen freigegeben worden. Bereits ein halbes Jahr später war der Abschnitt bis Deventer fertig gestellt. Seit dem 5. August 1865 kann man bequem per Bahn von Arnheim nach Deventer gelangen.
Heute verkehren auf diesem Teilabschnitt nicht nur zahlreiche Regionalbahnen. Dank des InterCity Verkehrs ist die Anbindung an weiter führende Strecken perfekt. Auch der InterCity von Amsterdam nach Berlin nutzt diesen Abschnitt.
Der Bahnhof von Deventer wird täglich von etwa 16.000 Menschen besucht und genutzt. Dies entspricht grob knapp 20 Prozent der Einwohnerzahl. Der heutige Bau des Bahnhofs stammt aus dem Jahr 1914 und stellt als sogenanntes Rijksmonument, also als Kulturdenkmal die Planer der für 2011 angesetzten Modernisierung, vor eine große Herausforderung.

Deventer © KlausMJan - Fotolia.comDie Stadt Deventer liegt in der niederländischen Provinz Overijssel, direkt an der Autobahn A1 nach Amsterdam und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert sollen dort Germanen das Land besiedelt haben. 768 oder 769, die Quellen sind sich da nicht ganz einige, hat ein Missionar namens Lebuin aus Angelsachsen die Lebuinuskirche gegründet und legte damit den Grundstein des heutigen Deventer. Diese Lebuinuskirche zählt bis heute zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt und kann immer noch besichtigt werden. 882 wurde der Ort jedoch von den Wikingern vollständig zerstört. Da er aber zu diesem Zeitpunkt längst ein äußerst bedeutender Handelsplatz war, wurde er schnell wieder aufgebaut und ab nun zu seinem Schutz mit Erdwällen umgeben. Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Knotenpunkt von Handelswegen und schloss sich der deutschen Hanse an. Vor allem der Handel mit Stockfisch aus Skandinavien war bedeutend. Eine Münze von Deventer aus dem 11. Jahrhundert findet sich im Münzfund von Sandur auf den Färöern-Inseln.

Kultur und Wissenschaft

Ansichtskarte PostcrossingSehr früh, noch vor dem Jahre 1500 wurden in Deventer bereits Bücher gedruckt, was den Ort ins Zentrum von Kultur und Wissenschaft rückte. Doch das konnte Deventer leider nicht davor bewahren, immer wieder in den Mittelpunkt von Besatzungen und Kriegsgeschehen zu geraten. So fielen bereits zu Zeiten von Napoleon Bonaparte französischen Gruppen ein und gingen weder mit der Stadt, noch mit seinen Bewohner besonders pfleglich um. Ab 1815 wurde Deventer zu einer bedeutenden Garnisonsstadt, vor allem für Kavallerie, aber auch Husaren. Dies blieb bis nach dem Zweiten Weltkrieg so. Auch dessen Auswirkungen hatte die Stadt zu spüren bekommen.
Inzwischen herrschen Gott sei Dank friedliche Zeiten und aus der ehemaligen Kaserne ist längst ein modernes Einkaufszentrum samt Kino geworden. Trotzdem gibt es ein bedeutendes Erinnerungsstück, das Deventer bis auf den heutigen Tag mit Krieg in Verbindung bringt. Der berühmte Film "Die Brücke von Arnheim", wurde nicht in Arnheim gedreht, sondern entstand tatsächlich in Deventer. Der Originalschauplatz in Arnheim bot zu der Zeit der Dreharbeiten bereits zu viele neue, moderne Gebäude im Hintergrund, so dass Deventer die realistischere Alternative war. Die Stadt Deventer und die Dörfer Diepenveen, Schalkhaar, Lettele und Okkenbroek bilden seit dem 1. Januar 1999 die neue Gemeinde Deventer.