Lokomotivgeschichte(n)

Die Rhätische Bahn

Schneesturm auf der Rhätischen Bahn © sixtus - Fotolia.comDie Rhätische Bahn (RhB) ist eine Schmalspurbahn in Graubünden. Graubünden ist ein deutsch-, rätoromanisch- und italienischsprachiger Kanton der Schweiz und liegt im Gebiet der Alpen. Der Hauptort dieser Stadt ist Chur. Aus rechtlicher Sicht ist die Rhätische Bahn eine Aktiengesellschaft, welche das Kapital jeweils zwischen dem Kanton Graubünden (51 %), dem Bund (43 %) und den Gemeinden & Privaten (6 %) aufteilt. Des weiteren verfügt die Rhätische Bahn über ein weit ausgedehntes und verzweigtes Streckennetz, welches in etwa eine Länge von circa 400 km mit einer Spurenweite und 1000 mm (Meterspur) umfasst.
Die Idee einer Bünder Gebirgsbahn erscheint noch heute wundervoll, da die Rhätische Bahn die Schönheit der Landschaft, das Verbindende der Gedanken und die Kraft der Technik alle samt miteinander vereint. Wenn man bedenkt, dass manche Ideen und Vorstellungen nur kurze, gar minimale Geistesblitze sind, die meist vollkommen im Dunkel der Geschichte verglimmen... So kann man ohne den geringsten Zweifel einräumen,
dass der Gedanke dieser berühmten Gebirgsbahn, welcher bereits 1888 begann Wirklichkeit zu werden, weiterhin aufleuchtet. Denn die Rhätische Bahn ist sowohl zu einem lebendigen Kulturdenkmal, als auch zu einerm modernen Unternehmen herangewachsen.


Ansichtskarte Dampfschneeschleuder Xrot 9213 anno 1975Bis zu 10 Mitarbeitender der Rhätischen Bahn kämpfen sich mit der Dampfschneeschleuder Xrot 9213 durch, um dafür zu sorgen, dass die Bahn auch durch den dichtesten Schnee kommt. Doch das ist nur einer der Punkte. Alles in allem sorgen in der heutigen Zeit nämlich gut und gern 1300 Menschen dafür, das diese Bahn eine Jahrtausende alte Kulturlandschaft erfahrbar macht. Doch nicht nur das. Die sorgen ebenso dafür, dass sie die Menschen auf eine wundervolle Art und Weise miteinander verbindet und dass sie auch in Zukunft die die Harmonie von Natur und Technik in aller Sinnlichkeit erlebbar macht.
Der Gedanke und der Bau der Rhätischen Bahn geht auf die Initiative des Niederländers Willem-Jan Holsboer zurück. Er war der Hauptinitiator der Bahnlinie von Landquart nach Davos, der 1. Linie im Streckennetz der späteren Rhätischen Bahn. Auf die Initiative Holsboers hin wurde im Februar 1888 die Schmalspurbahn Landquart-Davos AG) gegründet. Verschiedene Grundvorstellungen wurden zu jener Zeit in die Runde geworfen. Zum einen wollte die Gesellschaft von Landquart nach Davos ursprünglich eine Zahnradbahn erstellen, um die Steigungen auf dieser Gebirgsstrecke zu überwinden. Wieder eine andere Variante mit 3 Spitzkehren stand ebenfalls zur Debatte. Da zur gleichen Zeit allerdings die Gotthardbahn - ohne Zahnrad- und Spitzkehren - mit Erfolg gebaut wurde, wurden diese Inspirationen jedoch wieder verworfen und der Bau einer normalen Adhäsionsbahn beschlossen. Am 29. Juni 1888 erfolgte er 1. Spatenstich und bereits 1889 konnte der Streckenabschnitt von Landquart nach Klosters eröffnet werden. Keine 8 Monate später wurde die gesamte Strecke bis nach Davons freigestellt. Aufgrund der weiteren, ebenfalls auf Holsboer zurückgehenden Pläne für eine Expansion der Bahn, teilweise auch in andere Regionen des Kantons Graubünden, änderte die Landquart-Davos AG im Jahre 1895 ihren Namen in die heute bekannte Rhätische Bahn.

Nach einem Volksentscheid im Jahre 1897 wurde die RhB zur bündnerischen Staatsbahn, worauf in dieser Folge das Streckennetz zügig erweitert wurde. Durch diese Ausdehnungen kam es zur Eröffnung der Linie von Landquart über Chur nach Thusis (1896) und zur Eröffnung der Albulastrecke (siehe auch "Die Albula-Linie) von Thusis über Tiefencastel, Filisur und Samedan bis nach St. Moritz (1903). Wobei man an dieser Stelle kurz anmerken sollte, dass die zuletzt genannte Strecke ursprünglich über den Malojapass nach Chiavenna in Italien verlängert werden sollte, dies jedoch nicht weiter ausgeführt wurde. Desweiteren gab es Eröffnungen der Netzabschnitte von Reichenau durch die Vorderrheinschlucht nach Ilanz (1904), von Pontresina nach Samaden (1908), von Davos nach Filisur (1909), von Ilanz nach Disentis (1912), sowie von Samedan über Zernez bis nach Scuol (1913). Die Pläne für eine Weiterführung der letztgenannten Linie nach Landeck in Tirol wurden ebenfalls nicht mehr verwirklicht.

Als letzter umfassender Bau wurde am 11. November 1999 der 'Vereinatunnel' eröffnet. Am 21. April 1991 wurde mit dem Aufbau dieses 19048 m langen Tunnels begonnen. Am 26. März 1997 erfolgte schließlich der Durchschlag bei 11574 Metern. Dank diesem beeindruckenden Bauwerk verkürzt sich die Reisezeit sichtlich. Zumindest, wenn man davon ausgeht, das vor der Eröffnung dieses Tunnels eine Reise z.B. von Bern nach Scoul - Tarasp gut 400 Minuten dauerte. Seit der Eröffnung eben jenes Tunnels sind es nur noch knapp 270 Minuten.