Lokomotivgeschichte(n)

Reisen mit der transsibirischen Eisenbahn

© Matthias Krüttgen - Fotolia.comDie transsibirische Eisenbahn (Kurzform: Transsib) ist so etwas wie der absolute Gigant unter den Eisenbahnstrecken der Welt. Mit einer Gesamtlänge von 9.288 Kilometern von Moskau bis Vladivostok ist diese Bahnstrecke die längste der Welt. Sie führt dabei durch Städte wie Jekaterinburg, Novosibirsk, Irkutsk am Baikalsee und Khabarowsk am Amur, bevor sie schließlich das japanische Meer erreicht. Den größten Teil dieser Strecke führt die transsibirische Eisenbahn durch jene Landschaft, die ihr diese Bezeichnung gegeben hat: Sibirien. Würde man mit dieser Bahn nonstop durchfahren, wäre man dennoch mindestens eine Woche lang unterwegs.
Der Bau dieser interkontinentalen Bahnstrecke began 1891, als der russische Zar Alexander III das Projekt persönlich genehmigte. Damals waren es vor allem wirtschaftliche Gründe, die die Russen zum Bau einer Strecke quer durch das ganze Land veranlassten. Man hatte gesehen, wie in Europa und in den Riesenländern USA und Kanada der Bau von Eisenbahnnetzen die Wirtschaft und Infrastruktur dieser Länder massiv verbesserten, und nun sollte auch Russland in die Vorteile einer solchen Modernisierung kommen. Die transsibirische Eisenbahn verband den Osten Russlands mit dem Westen sowie sämtliche Regionen und Städte dazwischen. Güter, Material und Menschen konnten erstmals blitzschnell durch das größte Land der Welt transportiert werden. Dabei wurde die Strecke in mehreren Teilabschnitten fertig gestellt. Vor allem am Baikalsee improvisierte man lange, indem man die Waggons selbst auf Fähren oder Schlitten von einer Seite des Sees auf die andere beförderte. Erst 1905 wurde hier ebenfalls eine Umgehungsstrecke gebaut. Seitdem ist die gesamte Strecke außerdem elektrifiziert worden. Im zweiten Weltkrieg kam der Transsib eine wichtige Bedeutung für Russland zu, da auf ihr Verstärkungen schnell an die Front im Westen geschickt werden konnten.


AnsichtskarteInzwischen wurde die transsibirische Eisenbahn durch weitere Schienenanbindungen optimiert. Durch einfaches Umsteigen ist es nun möglich, allein mit dem Zug in Asien nach Ulan Bator, nach Peking oder sogar bis nach Vietnam zu reisen. Ab Vladivostok kann man auch weiter mit der Fähre nach Korea fahren. Auf der europäischen Seite kann man wiederrum Zugverbindungen nach Moskau nutzen, um von dort aus auf die legendäre Strecke zu gelangen. Über osteuropäische Städte wie Brest, Warschau und Minsk wurde die Verbindung West- und Mitteleuropas zur Transsib hergestellt. Ebenso kann man von Moskau aus bequem St. Petersburg mit dem Zug erreichen, wodurch damit die Ostsee mit dem Pazifik verbunden ist.
Inzwischen spielt die Transsib auch eine Rolle im Tourismus. Während die Luftfahrt die wirtschaftliche Bedeutung der Sibirien-Strecke abgeschwächt hat, ist diese dafür umso interessanter für reisende Personen geworden. Die Gesellschaft der transsibirischen Eisenbahn bietet daher allen Interessenten einer Zugreise durch Asien Tickets an, deren Preis sich nach der Länge der Reisestrecke und nach den Abteilen richtet. Es werden 2- und 4-Bett-Abteile angeboten, wobei die 2-Bett-Abteile teurer sind. Ein Sonderzug der Transsib wird auch als "Zarengold" bezeichnet, da seine Waggons im Inneren sehr komfortabel und nostalgisch ausgestattet sind. Es werden zahlreiche Reiseprogramme angeboten, bei denen man immer einige Tage in manchen sehenswerten Städten an der Strecke verbringt, wie zum Beispiel in Irkutsk oder Ulan Bator.